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Gedanken

Jemand sein, der man nicht ist!

Die Sehnsucht ist groß. Schon Jahre, Jahrzehnte lebt sie unerfüllt im Unbekannten. Jeder spürt sie. Unbewusst, bewusst. Doch ist es, als ob eine unsichtbare Fessel das Unbekannte bewegungslos macht. Starr. Voll Angst. Gelähmt. Werden wir älter, spüren wir, wie die Fesseln stärker ins Fleisch schneiden. Der Leidensdruck steigt. Der Schmerz darunter ist fast nicht zu ertragen. Doch irgendwann glauben wir uns die Lüge, dass das jetzige Leben das ist, was wir wollen und was wir sind. Wir glauben uns unser vermeintliches Glücklichsein. Doch in Wirklichkeit funktionieren wir. Sowohl individuell als auch kollektiv.

Als Kind träumen wir vielleicht, eine Musik zu machen, die die Menschen berührt. Oder Häuser zu bauen, die das innere Gebäude des Menschen in seiner Freiheit und Weite widerspiegeln. Oder Bilder zu malen, die den Schmerz des Betrachters heilen, von seiner eigenen Freude erzählen. Träume jeglicher Art. Wir träumen und haben eine Vision. Das fühlt sich sehr gesund an. Wäre es nicht sinnvoll, diesen Weg weiter zu verfolgen? Ein Denkansatz von starker, innerer Logik, wie ich finde.

Doch eine andere Logik prägt unser Leben: Wir werden konditioniert, von Geburt an – durch Eltern, Kita, Schule, Kirche… kulturell, soziologisch, gesellschaftlich: Ganz bestimmte Denk- und Gefühls-Paradigmen. Wir werden in eine bestimmte Lebensstruktur hineingeboren, die uns als Wahrheit verkauft wird und doch meistens nur jene Wahrheit ist, die andere für richtig und gut halten, aber nicht unbedingt nach unserer eigenen Wahrheit fragt.

Es scheint, als wäre das der Lauf der Welt.

Das Nicht-gelebte, Verschüttete, Verdrängte, Nicht-erlaubte bleibt aber da, fristet sein Dasein irgendwo in unseren Zellen, (noch) unerkannt. Unsere nicht gelebten Träume werden dann zur unerfüllten Sehnsucht. Es sind per se nicht allein die Träume, die uns zu dem machen, wer wir „wirklich“ sind. Doch gelebte Träume dienen uns, uns im eigenen Selbst besser zu erkennen.

Wenn ich von Träumen rede, dann meine ich nicht das Träumen, das uns aus der Realität beamt, sondern das kreative, innovative, das der Mensch braucht, um weiterzuwachsen. Hören wir auf, diese Träume zu leben, verlieren wir den Kontakt zu unserem wahren Selbst.

„Ich habe mein Selbst nie verloren.
Ich habe es nur schlummern lassen.
/…/
Ich will spüren, dass ich lebe
Jeden Tag, den ich hab‘ ich will leben wie ich es will
Ich will spüren, dass ich lebeWissen, ich war gut genug!
/…/
Ich bin hier
Und mein Leben gehört mir
Ich will spüren das ich mein Leben gelebt habe!“

Gabriella – Titelsong aus: WIE IM HIMMEL

Meine Texte sind Anregungen, im stetigen Wandel befindliche Gedanken, die wiederum auf andere Gedanken treffen. Lass mich teilhaben an deinen Gedanken. Was denkst du?

Ich freu mich auf einen Dialog! Danke

Cornelia Hargesheimer
Personal– & Business-Coach

Beitragsbild von Ross Findon

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